
Der kolumbianische Fotograf Jaime Ocampo-Rangel dokumentiert kontinuierlich bedrohte ethnische Völker und Minderheiten weltweit. Jetzt kommt er mit seinen Werken ins Museum LA8 Baden-Baden.
In seinem Lebenswerk „Memory of Colors“ porträtiert er seit dem Jahr 2000 Minoritäten in der für sie typischen Kleidung und der jeweils in ihrer Kultur dominierenden Farbe.

Die Ausstellung im Museum LA8 in Baden-Baden zeigt vom 27. September 2025 bis 8. März 2026 Porträts von fast allen Kontinenten – darunter die Dong aus dem Süden Chinas, Huli aus Papua-Neuguinea und europäische Sorben. Bei seiner Arbeit ist ihm aufgefallen, welche große Bedeutung und Ausdrucksstärke – je nach geographischem Kontext und Lebensweise – bestimmte Farben besitzen; etwa Ocker bei den Himba in Namibia oder Gelb bei den Secoya im Amazonas. Jaime Ocampo-Rangel fotografierte sie deshalb jeweils vor einem monochromen, farbigen Hintergrund. Die Farbe wählt nach Kleidung, Umgebung oder kultureller Bedeutung. In ihrer Gesamtheit präsentiert ergeben seine Arbeiten einen Regenbogen, der für den Künstler die Mannigfaltigkeit der Menschen und Völker symbolisiert.
Viele der porträtierten indigenen Gemeinschaften teilen das Schicksal, durch Eroberung, Kolonialisierung oder Staatsgründungen zu Fremden im eigenen Land geworden zu sein. Sie kämpfen ständig um den Erhalt ihrer Rechte, gegen Vertreibung und Diskriminierung. Mittlerweile ist vielerorts auch die Klimawandel zu einer existenziellen Bedrohung geworden. Trotz dieser Umstände schützen indigene aktiv ihre Identität, indem sie Sprache und Traditionen pflegen sowie mittels Bildungsarbeit überliefertes Wissen und Praktiken an die jungen Generationen weitergeben. Jaime Ocampo-Rangel will mit „Memory of Colors“ einen künstlerischen Beitrag dazu leisten. Jaime Ocampo-Rangel, geboren 1960 in Kolumbien, studierte in Paris Kommunikationswissenschaften, gründete ein Fotostudio und engagiert sich in Brasilien für indigene Bildung und Kulturerhalt. Er lebt in Frankreich.
Geboren 1960 in Cali, Kolumbien, studierte Jaime Ocampo-Rangel Kommunikationswissenschaften in Paris und gründete später ein Fotostudio. In Brasilien initiierte er eine Schule für indigene Gemeinschaften zur Vermittlung traditionellen Wissens über Heilpflanzen und ein Projekt zur Bewahrung des kulturellen Erbes indigener Völker im Amazonasgebiet in Kooperation mit dem brasilianischen Bildungsministerium. Er lebt und arbeitet in Frankreich.
Dauer: 27.09 2025 bis 08.03.2026
Weitere Info: Museum LA8- Museum für Kunst und Technik des
19. Jahrhunderts, Fon 07221 / 9954586, Web: la8.de.
Öffnungszeiten: Di bis So 11.00 bis 18.00 Uhr sowie an allen Feiertagen auch montags, außer 24., 25., 31.12. und 01.01.