Dem Himmel so nah – Wolken in der Kunst

Sonderausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen. Wer kennt es nicht: Wir schauen verträumt in den Himmel, beobachten in Gedanken versunken vorüberziehende Wolken oder blicken neugierig bis ängstlich nach oben: Beginnt es bald zu regnen? Droht Unwetter? Die Beziehung der Menschheit zum Himmel und all seinen Phänomenen ist von tiefer emotionaler und existentieller Bedeutung geprägt.

Hiroyuki Masuymama, Gebirgslandschaft mit Regenbogen (nach CDF, 1810) 2018 LED Lightbox
Hiroyuki Masuymama, Gebirgslandschaft mit Regenbogen (nach CDF, 1810) 2018 LED Lightbox
Walter Strich-Chapell, Wolkenstudie, 1905-07, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Walter Strich-Chapell, Wolkenstudie, 1905-07, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen

Wolken und deren Spiel am Himmel faszinieren die Menschen seit jeher. Und so haben diese Ansammlungen von Dunst in der Luft stets auch Kunstschaffende zu beeindruckenden Werken angeregt. In der Renaissance und im Barock kamen Wolken vornehmlich als Symbol des Göttlichen zum Einsatz, während sie in der Romantik und im Impressionismus als eigenständiges Element ins Zent-rum der atmosphärischen Landschaftsmalerei rückten. Der Expressionismus wiederum setzt die Dramatik des Himmels mit eigenen Mitteln fort und betont seine Ausdrucksstärke. In der Malerei wie in der Fotografie werden Wolken zum Ausgangspunkt das bildnerische Abstraktionspotential zu erkunden.

Gustav Schönleber, Gewitterstimmung bei la Panne, 1889, Kohle, Patellkreide aus Büttenpapier, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Gustav Schönleber, Gewitterstimmung bei la Panne, 1889, Kohle, Patellkreide aus Büttenpapier, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen

Diese Ausstellung in Kooperation mit der Kunsthalle Emden vereint Werke mehrerer Jahrhunderte. Die Gemälde, Grafiken, Fotografien, Installationen und Video-Arbeiten greifen verschiedene Aspekte des Motivs Wolke auf: von der reinen Naturanschauung über allegorische und metaphorische Konzepte bis hin zu ästhetischen Experimenten. Durch die Zeiten hindurch schlägt sich aber auch ein naturwissenschaftliches Interesse an Himmelsphänomenen in der bildenden Kunst nieder. In unserer Gegenwart richtet sich dieses Interesse zunehmend auf die Bedrohung durch die globale Erderwärmung und die daraus resultierende Handlungsnotwendigkeit.

Josef Scharl Brewing, Thunderstorm 1943 Öl auf Leinwand / Kunsthalle Emden
Josef Scharl Brewing, Thunderstorm 1943 Öl auf Leinwand / Kunsthalle Emden
Sven Drühl, SDNN (volcano), 2016, Lack auf Leinwand, 200 x 155 cm, Kunsthalle Emden
Sven Drühl, SDNN (volcano), 2016, Lack auf Leinwand, 200 x 155 cm, Kunsthalle Emden

Präsentiert werden gut einhundert Werke aus sechs Jahrhunderten von rund 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, u.a. Sven Drühl, Albrecht Dürer, Berend Goos, Wenzel Hablik, Erich Heckel, Geoffrey Hendricks, Felix Hollenberg, Almut Linde, Hiroyuki Masuyama, Bjørn Mehlus, Nanne Meyer, Lyoudmila Milanova, Gabriele Münter, Emil Nolde, Yoko Ono, Hermann Pleuer, Franz Radziwill, Gerhard Richter, Simon Roberts, Valentin Ruths, Josef Scharl, Gustav Schönleber, Walter Strich-Chapell, Bernd Zimmer.

Dauer: 22. November 2025 bis 1. März 2026
Eröffnung am Freitag, 21. November, 19 Uhr.
Führungen an jedem Sonntag um 11.30 Uhr
Weitere Info, auch zu den zahlreichen Sonderveranstaltungen:
galerie.bietigheim-bissingen.de