Den Sehnsüchten und Mängeln unserer Zeit begegnen. Jahresausstellung 2026 des ZKM Karlsruhe zu Medienkunst und Sinnlichkeit.
Die Ausstellung Silver Egg stellt die sinnliche Haltung zur Welt in den Fokus und fragt: Welche Medien und Wahrnehmungsformen nutzen Medienkünstler:innen, um die Sehnsüchte und Mängel unserer Zeit zu skizzieren? Welche inhaltlichen und formalen Entscheidungen treffen sie und wie treten wir als Betrachtende mit ihnen in Verbindung? Die Ausstellung versammelt dazu rund 50 internationale Positionen engagierter, experimenteller und poetischer Kunst, die eine erotische Haltung zur Welt veranschaulichen. Anhand unterschiedlicher künstlerischer Medien verhandeln die gezeigten Werke aktuelle Verhältnisse zwischen Gesellschaft, Kunst, Ökologie und Technologie.

Erotische Anziehung als Lebensprinzip
Eros, der Gott der begehrlichen Liebe, erscheint in Mythos und Philosophie als treibende Urkraft für kulturelle Evolution und Erneuerung. Von ihm gehen Verbindungsenergien aus, die die künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Praxis der Menschen beeinflussen. Durch seinen Impuls ent-steht der Wunsch, in der Welt tätig zu sein, sich in die Lebens- und Kreativprozesse einzubringen.
Einer Urszene zufolge schlüpfte der Schöpfergott als Ordnungskraft inmitten kosmischer Winde aus einem silbernen Welt-Ei. In der griechischen Philosophie entwickelte sich Eros zum Mittler zwischen Himmel, Erde und den Künsten. Er bewirkt, dass der Mensch sich lustvoll in das Leben hineingezogen fühlt und mit der Welt in Resonanz treten will.

Mit allen Sinnen denken und erleben
Die ausgestellten Kunstwerke versetzen in Situationen, in denen sie ihre eingeübte Mediennutzung zugunsten eines sinnlichen Gebrauchs vergessen: Sehen, Hören, Riechen, Berühren und Bewegen.
Die Ausstellungskonzeption setzt bewusst auf Genre- und Medienvielfalt. Präsentiert werden Fotografie, Film, Keramik, Textilkunst, Künstliche Intelligenz, Körperschallkomposition, Sound- und Videoinstallationen, hybride Skulpturen, kinetische, sensorische und robotische Kunstwerke sowie Gesang, Literatur, Malerei und Musik.

Zur Ausstellung gibt es eine begleitende Publikation in deutscher und englischer Sprache sowie ein Workshop- und Vermittlungsprogramm.
Weitere Infos finden Sie unter folgendem Link – Dauer der Ausstellung: Bis 21.02.2027
Die Ausstellung präsentiert Werke von Marco Barotti, Honey Biba Beckerlee, Stefano della Bella, Bériou, Elda Cerrato, Salvador Dalí, Stine Deja, Edith Dekyndt, Frederik Duerinck, Margret Eicher, Anselm Feu-erbach, Thomas Feuerstein, Christoph Girardet und Matthias Müller, Johan Grimonprez, Andreas Gursky, Philippe Halsman, Derek Jarman, Jonas Jørgensen und Cody Lukas, Yunchul Kim, Angelina Koz-hevnikova, Gašper Kunšič, Ryoichi Kurokawa, Karen Lancel und Hermen Maat, Eunhee Lee, Shuang Li, Bernd Lintermann, Richard Mosse, Alicja Patanowska, Irving Penn, Ciara Phillips, Charmaine Poh, Helen Pynor und Gail Priest, Gerhard Richter und Corinna Belz, Pipilotti Rist, robotlab, Günter Scharein, Nika Schmitt, Tristan Schulze, Jill Scott, Jessica Segall, Ief Spincemaille, René Aquarius und Ajla R. Steinvåg, Stelarc, Sissel Marie Tonn, Timm Ulrichs, Milja Viita, ::vtol::, Yeongju Yang, Weidi Zhang und Rodger Luo.