Bloom up

Bloom up! Die Sprache der Blumen. Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg. 13.06.2026–10.01.2027 in der Kunsthalle Baden-Baden.

Schönheit, Duft, Bedeutung: Kaum ein Motiv ist so allgegenwärtig, so wandelbar und so vielsagend wie die Blume. Seit Jahrtausenden begleitet sie den Menschen, prägt Gefühle, markiert Rituale und spricht dort weiter, wo Worte manchmal fehlen. Blumen sind eben nicht nur schön – sie bedeuten etwas. Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und das Badische Landesmuseum machen dieses Motiv nun zum Ausgangspunkt ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung: Bloom up!

Edward Burne-Jones & William Morris, Wirkteppich, Der Pilger im Garten, Entwurf: London, vor 1896, Ausführung: Merton Abbey, London, 1901, Wolle, Baumwolle, Seide, gewirkt, gestickt, Badisches Landesmuseum, © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters

Die unterschiedlichen Schwerpunkte beider Häuser eröffnen dabei eine reizvolle Begegnung von zeitgenössischer Kunst und Kulturgeschichte. Für die Ausstellung wurden wertvolle Exponate aus den reichen historischen Beständen des Badischen Landesmuseums ausgewählt und zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenübergestellt. Darüber hinaus wurden Künstlerinnen und Künstler wie Willem de Rooij, Ketuta Alexi-Meskhishvili oder Sissel Tolaas eingeladen, sich in neuen Arbeiten mit Objekten des Landesmuseums auseinanderzusetzen. So ist Bloom up! nicht nur eine Ausstellung über Blumen, sondern zugleich der Auftakt zu einer engeren Zusammenarbeit der beiden Häuser.

Prof. Dr. Eckart Köhne, Wissenschaftlicher Direktor, Christina Lehnert, Kuratorin Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und Christiaan Veldman, Kurator Badisches Landesmuseum, © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters

Diese Kooperation soll, so das Leitungsteam, mehr sein als ein einmaliges gemeinsames Projekt. Sie versteht sich als Auftakt für weitere Vorhaben – künstlerisch sinnvoll, institutionell klug und in Zeiten knapper Kassen auch kulturpolitisch ein Zeichen. Kräfte bündeln, Perspektiven teilen, gemeinsam mehr möglich machen: Damit wollen beide Häuser auch ein Signal an andere Museen und Kultureinrichtungen senden.

Im Zeichen der Blume – Kunst regional bis international

Entstanden ist in Baden-Baden ein Parcours, in dem Blumen nicht nur blühen, sondern erzählen, verführen, erinnern und widersprechen. Die Exponate treten in spannungsreiche Beziehungen: politische Statements begegnen privaten Gesten, symbolische Macht trifft auf intime Paarbeziehungen. Gesticktes, Fotografisches, Filmisches und Installatives steht neben feinem Gewirk, goldgefassten Blüten, frischen Arrangements und welkenden Formen. Über allem liegt die Schönheit des Blühens – und zugleich die Frage, was diese Schönheit sichtbar macht und was sie verdeckt.
Der besondere Reiz der Ausstellung liegt in der Begegnung regionaler und internationaler Perspektiven. Schon der Auftakt überrascht: Der Rundgang beginnt mit Bauernschränken aus dem 18. und 19. Jahrhundert aus der Region – Möbeln, die häufig als Hochzeitsgeschenke dienten. Ihre Blumenmotive erzählen von Liebe, Fruchtbarkeit, Wohlstand und Zukunftswünschen. Ihnen werden die Blütenskulpturen des Künstlerduos Petrit Halilaj und Álvaro Urbano zur Seite gestellt: Zeugnisse privater Momente einer Beziehung, in denen intime Zweisamkeit eine monumentale Form annimmt.

Blick in die Ausstellung, Schrank mit Füllhörnern aus Blumen, Friedenweiler, 1832 und Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, 16th of March 2019 (Poppy), 2020, © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck

Auch die weiteren Werke öffnen neue Blickwinkel auf die Kulturgeschichte der Blume: darunter Requiem des bedeutenden Avantgarde-Filmemachers Jonas Mekas, die Rauminstallation des in Puerto Rico lebenden Künstlerduos Allora & Calzadilla sowie die Fotoserie der amerikanischen Künstlerin Taryn Simon.

Belia Zanna Geetha Brückner, Everytime we’d fight and I sustained bruises, there would be a bouquet of flowers in the living room, aus der Serie „Hard to say I’m sorry“ (2024), © Dorothea Dittrich, VG Bild-Kunst 2024.
Eine App erweitert die Ausstellung in den digitalen Raum und bietet neben klassischen Audioguides vertiefende Einblicke: Studio Visits entführen in die Kunst-Ateliers und verraten mehr über den Entstehungsprozess der Werke. Die App bietet auch neue Möglichkeiten für das gemeinsame Erle-ben der Ausstellung: Im Gruppenmodus sorgen Spiele oder Abstimmungen für einen unterhaltsamen Austausch. Und im Dating-Modus kann man nicht nur die Ausstellung, sondern auch sich gegenseitig besser kennenlernen.
Giovanni Battista Foggini, Pietra Dura / Mosaik Verkündigung, Florenz, 1720, © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters
Das Begleitprogramm umfasst zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Workshops sowie inklusive Veranstaltungen. Mehr erfahren unter www.landesmuseum.de/bloom-up
Ketuta Alexi-Meskhishvili, Tulip Season for Henri Analog C-Print (AP II/II of an edition of Two + II AP), 2024, © Ketuta Alexi-Meskhishvili and LC Queisser Tbilisi, Cologne, Foto: George Kolbaia
Bloom up! Die Sprache der Blumen
13. Juni 2026 – 10. Januar 2027

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a
76530 Baden-Baden
Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag, 10–18 Uhr
An allen Feiertagen geöffnet, außer 24. und 31. Dezember

www.kunsthalle-baden-baden.de
Impression aus der Ausstellung, Taryn Simon, Paperwork and the Will of Capital, 2015, Classified “Spare Parts” deal, Oval Office, White House, Washington, D.C., United States, May 16, 1975, © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck