Kunst durch Upcycling – Danielle Zimmermann
Danielle Zimmermann untersucht mit scharfem Blick die glänzenden Oberflächen unserer Gegenwart. Kunstgeschichte, Freizeitkultur und Konsumwerbung werden bei ihr zu Material eines ebenso spielerischen wie kritischen Bildkosmos – und auch die eigene Rolle als Künstlerin bleibt davon nicht ausgenommen. Unter dem Titel DANIELLE ZIMMERMANN – REUSE ME sind noch bis 27, September im Rahmen einer Sonderausstellung Arbeiten in der Galerie Fähre in Bad Saulgau zu sehen.

Aus scheinbar wertlosen Verpackungen lässt die Stuttgarter Künstlerin markante Arbeiten entstehen: Tortenböden, Toilettenpapier, Geschenkschleifen, Plastikmuscheln oder Autowerbung treffen auf Ikonen der Zeit- und Kunstgeschichte. Oftmals bezieht sie sich selbst als Modell mit ein: so erscheint Zimmermann etwa irritierend neu als Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ – appliziert auf Verpackungsmaterial von Toilettenartikeln.

Auch der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl setzte sie 2021 mit einer Druckgrafikserie ein eindrucksvolles Denkmal.
Ein besonderer Schwerpunkt in Bad Saulgau wurde auf das Begleitprogramms gelegt im Sinne der Verbindung von Kunst, historischer Bildung und gesellschaftlichem Diskurs. Zimmermanns Radierzyklus „Sophie Scholl – 50 Flugblätter“ bildet dabei den Ausgangspunkt für ein lebendiges Gedenken: Im ehemaligen Klostergang des Ausstellungsgebäudes werden Flugblätter der Widerstandsbewegung „Die Weiße Rose“ und Briefe der Geschwister Scholl durch die Stimmen von Schülerinnen und Schülern neu erfahrbar.
Danielle Zimmermann wurde 1974 in Hechingen geboren. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie am Pratt Institute in Brooklyn, New York. Seit ihrer Studienzeit erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien in Deutschland und den USA, zuletzt den Wertinger Kunstpreis 2022. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart.