Das Kunstmuseum Ravensburg präsentiert mit „Leben? oder Theater?“ erstmals in Baden-Württemberg das außergewöhnliche Lebenswerk der deutsch-jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon (1917 Berlin – 1943 Auschwitz) in einer Sonderausstellung
Charlotte Salomons Hauptwerk entstand innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Flucht aus Berlin 1938 im Exil in Südfrankreich von 1940 bis 1942.

Die umfangreiche Sammlung von Gouachen enthalten drehbuchartigen Szenen aus Text und Bild. In drei Akte unterteilt, verknüpft Charlotte Solomon. Zeichnung und Malerei mit Elementen aus Literatur, Film, Theater, Musik und Philosophie. Im Wechsel von Close-up und Totale verwebt sie darin autobiografische und fiktive Elemente zu einer Neuerzählung ihrer Lebens- und Familiengeschichte. Die antisemitische Verfolgung und existenzielle Bedrohung im Nationalsozialismus bilden den Rahmen für ihre existenziellen Fragen an zwischenmenschliche Beziehungen sowie nach Schicksal und Selbstbestimmung.

Die Ausstellung vom 5. Dezember 2026 bis 4. April 2027 stellt 235 der insgesamt 769 Blätter vor und gibt Einblick in ein künstlerisches Werk, das mit seiner innovativen Bildsprache und experimentellen Erzählstruktur eine singuläre Stellung in der Kunst des 20. Jahrhunderts einnimmt. In Kooperation mit dem Jewish Museum Amsterdam. Kuratiert von Irene Faber und Lea Daro.
VERBOTENE MODERNE SAMMLUNGSINTERVENTION
ENTARTETE KUNST
5. DEZEMBER 2026 BIS 4. APRIL 2027 (EG)
Eröffnung, 4. Dezember, 19 Uhr
Parallel zur Ausstellung »Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?« richtet die Sammlungsintervention »Verbotene Moderne« den Blick auf die Kunst der Moderne in Deutschland während des Nationalsozialismus. Als »entartet« diffamiert und verfemt, wurden die Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts systematisch aus deutschen Museen verdrängt und ihre Werke in Propagandaausstellungen öffentlich diskreditiert. Anhand ausgewählter Arbeiten der Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg gibt die Ausstellung Einblick in die Funktionsmechanismen der nationalsozialistischen Kulturpolitik und den gezielten Angriff auf die Moderne.
Kunstmuseum Ravensburg
Burgstraße 9, 88212 Ravensburg
geöffnet Di 14-18 Uhr, Mi-So 11-18 Uhr, Do 11-19 Uhr
montags geschlossen
www.kunstmuseum-ravensburg.de