Was bleibt. Erinnern und Vergessen in der Kunst. 10. Juni bis 4. Oktober 2026 in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz.
Was bleibt von einem Leben, einem Ort, einem Ereignis? Und wer entscheidet eigentlich, woran wir uns erinnern – und was verschwindet? Die Ausstellung „Was bleibt. Erinnern und Vergessen in der Kunst“ in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz geht diesen Fragen nach und macht Erinnerung als etwas sichtbar, das nie abgeschlossen ist. Sie entsteht im Erzählen und Verschweigen, im Bewahren und Umdeuten, im persönlichen Blick ebenso wie im großen historischen Zusammenhang.
Die Schau fragt nicht nur, was Kunst festhält. Sie zeigt auch, wie Künstlerinnen und Künstler Erinnerungen formen, befragen, überlagern oder bewusst ins Wanken bringen.
Schnell wird deutlich: Erinnerung ist kein Archiv, in dem alles ordentlich abgelegt ist. Sie verändert sich, verblasst, leuchtet plötzlich wieder auf. Sie ist emotional, brüchig und abhängig davon, wer erzählt. Zwischen persönlichen Erfahrungen und kollektivem Gedächtnis, zwischen Nähe und Distanz entfaltet die Ausstellung ein Spannungsfeld, das unmittelbar berührt.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Annika Seeger, wissenschaftliche Volontärin bei den Museen Konstanz. Auf diese neue Form der Nachwuchsförderung sind die Museen zurecht stolz – Für sie ist es ein Projekt mit besonderem Gewicht: Von der Auswahl der Werke über Leihanfragen und Rechteklärungen bis zu Transporten und Abstimmungen mit Künstlerinnen und Künstlern reicht die Arbeit hinter den Kulissen. Was am Ende selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis vieler Entscheidungen – und genau dieser Blick auf das Entstehen einer Ausstellung macht das Projekt zusätzlich interessant.

Zu sehen sind nicht nur klassische Arbeiten auf Papier und Leinwand, sondern auch raumgreifende Installationen, Collagen, textile Arbeiten und Gewebtes. So entsteht ein abwechslungsreicher Parcours.
Raum für Raum treten die Werke miteinander in Beziehung und öffnen einen vielstimmigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Vertreten sind unter anderem Ruth Biller, Hans Breinlinger, Martha Sophie Burkhardt, Dar Guez, Matthias Holländer, Susanne Kiebler und Finja Sander.
Hinzu kommen eigens für die Ausstellung entstandene Arbeiten von Charlotte English, Stanislaw Heinzel, Barbara Marie Hofmann und Sarah Maria Steuer. Sie nähern sich dem Erinnern aus unterschiedlichen Richtungen – persönlich, materiell, räumlich und erzählerisch.

Neben Menschen – spielen auch Orte in den Darstellungen eine zentrale Rolle. Landschaften, Räume und Architektur. Auch die die nicht mehr sind. Die Kunst kann sie wiederbeleben aber nicht als bloße Rekonstruktion, sondern als lebendige Verbindung zwischen dem, was war und dem Gegenwärtigen.


Die Ausstellung regt an und lässt Spielräume der eigenen Interpretation – wir sehen und dabei kommen Fragen zur eigenen Erinnerungskultur auf – und gerade darin liegt ihre Stärke. Sie macht sensibler welche Bilder, Geschichten und Leerstellen wir am Ende selbst mitnehmen …
