Magische Räume

Die Institution Musik der Jahrhunderte (MDJ) sieht die pandemische Situation seit dem Frühjahr auch als Herausforderung, neue Konzertformate in Corona-Bedingungen zu entwickeln, die die aktuelle Situation aufgreifen und alle Möglichkeiten digitaler Medien einbeziehen. Jenseits „klassischer“ Streamingformate hat MDJ für die Reihe Magische Räume Komponist*innen beauftragt, kammermusikalische Konzertformate für die Räume von MDJ zu entwickeln, die sich leicht für andere Veranstalter/Räume adaptieren lassen. Die Grundidee: eine enge Verknüpfung von analogem Geschehen und virtueller, auch interaktiver Übertragung. Das Ziel der Reihe: den magischen Moment einer Aufführung zu ermöglichen, der so vielen Streamingformaten bisher fehlt.

Wie flexibel die Grundidee des Projekts ist, zeigt sich bereits jetzt, im zweiten Lockdown. Die Reihe Magische Räume wird derzeit als interaktives Format für ein Internet-Publikum weiterentwickelt. Bis zum Sommer 2021 werden insgesamt fünf Projekte, die mit der Vereinze-lung des Publikums und mit digitalen Wahrnehmungsformaten spielen, in der Reihe „Magi-sche Räume“ ihre Premiere erleben.

Am 19. und 20. November 2020 (jeweils 19 Uhr) geht es los mit SuperSafeSociety. Ein interaktiv digital-musiktheatraler Abend von Andreas Eduardo Frank.Akteur*innen sind die Neuen Vocalsolisten Stuttgart.

SuperSafeSociety ist als musikalische Reise durch verschiedene mögliche Zukunftsszenarien angelegt, wie sie vom zukunftsInstitut in einem Whitepaper als „Corona Effekt“ skizziert wurden. In „SuperSafeSociety“ wird dem Publikum u.a. ermöglicht, selbst zu „senden“ und somit Einfluss auf das Live-Geschehen zu nehmen. Dabei geht es explizit nicht darum, einen Betrachtungsraum zu schaffen, der die Aura einer Live-Performance zu imitieren versucht, sondern es soll ein neuer Raum für die Entwicklung eigener Betrachtungsformen eröffnet werden. Für dieses Spiel mit den Parametern Distanz und Nähe auf einer eigens konstruierten Web-Oberfläche hat Andreas Eduardo Frank in Zusammenarbeit mit drei Web-Designern die Versuchsanordnung für eine „Systemcrash Simulation mit anschließendem Resilienztraining!“ geschaffen. Und er hat eine Bühne in Form einer „Membran zwischen der analogen und digitalen Welt“ entwickelt. Der Zuschauerraum ist ins Wohnzimmer verlagert, als neu formulierte Antwort auf die gegenwärtige Situation: „Kein Kino, keine Party, keine Freunde, keine Konzerte.“

Konzept / Regie / Komposition // Andreas Eduardo Frank
Gesang / Performance // Neue Vocalsolisten
Johanna Vargas, Susanne Leitz-Lorey, Truike van der Poel,
Martin Nagy, Guillermo Anzorena, Andreas Fischer

Mit Musik von Andreas Eduardo Frank, L. v. Beethoven,
Oscar Bianchi, Gordon Kampe, Jay Schwartz, Mika Vainio,
Vacuum Soundperformance, inspiriert von Carola Bauckholt

Grafikdesign / Web-Entwicklung / Video // Valentin Alisch, Niklas Berlec, Tobias Hönow

Detaillierte Informationen zu den zwei Aufführungen von „SuperSafeSociety“ unter: www.supersafesociety.org

Gefördert im Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“
des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.