Geheimes Wissen und verbotene Bücher

„Wissen teilen“ lautet das Motto der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. Ihre aktuelle Ausstellung
„WEGGESPERRT!? Geheimes Wissen und verbotene Bücher“ zeigt das Gegenteil: wie Wissen geheim gehalten oder seine Verbreitung verhindert wird. Die Landesbibliothek bewahrt auch verbotene Bücher auf, die nicht ausgeliehen werden dürfen, sowie Dokumente mit geheimem Wissen. Mehr als 75 Exponate sind nun öffentlich zu sehen: von Tarnschriften über die Chiffriermaschine Enigma bis zu verbrannten Büchern.
Das älteste Exponat aus dem 12. Jahrhundert zeigt eine Geheimschrift Hildegards von Bingen. Eine digitale Übersicht aus dem 21. Jahrhundert macht das Ausmaß der Internetzensur sichtbar.
Geheimes Wissen
Wie bleibt Wissen geheim oder nur für bestimmte Empfänger verständlich? Das Briefgeheimnis schützt den Austausch zwischen Absendern und Adressaten. Geheimgesellschaften wie die Illuminaten und Rosenkreuzer halten ihr Wissen innerhalb ihrer Gruppen. Gerade diese Verschwiegenheit macht sie interessant – auch für die Literatur. Die Ausstellung zeigt zudem, wie sich Texte tarnen und verschlüsseln lassen.
Verbotene Bücher
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zensur durch übergeordnete Autoritäten. Sie können das Schreiben oder Veröffentlichen untersagen und einzelne Werke ganz oder teilweise verbieten: vor der Veröffentlichung (Vorzensur) oder danach (Nachzensur). Meist werden politische oder „sittliche“ Gründe angeführt. Was darunter verstanden wird, hängt vom jeweiligen politischen und kulturellen Umfeld ab. Viele der ausgestellten Bücher sind oder waren nur in Teilen verboten.

Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.
Dauer: 23. Oktober 2026 – 16. Januar 2027

Termine, Begleitprogramm, Führungen  und weitere Informationen unter:
www.wlb-stuttgart.de
Öffnungszeiten: Mo–Fr 8–22Uhr, Sa 10–20Uhr
geschlossen an So/gesetzlichen Feiertagen
Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.
Württembergische Landesbibliothek
Konrad-Adenauer-Straße 10, 70173 Stuttgart