Zombies – die Ursprünge

Den Begriff Zombie kennen wir vor allem aus Filmen – oft als Untoter oder Monster. Doch wo finden sich seine kulturhistorischen Ursprünge? Das Lindenmuseum Stuttgart widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung dem Phänomen.

Barbara d’Antuono_ Entre deux mondes, Foto_ Linden-Museum, Diana Gabler

Zombies sind überall: auf Kino- und Fernsehbildschirmen, in Comics, in Games, in unserem alltäglichen Sprachgebrauch. Doch was sagen sie über uns selbst, und vor allem, woher kommen sie? Die Ursprünge finden sich auf der karibischen Insel Haiti. Bevor der Zombie zur globalen Figur aus Horrorfilm, Comic und Game wurde, bezeichnet der Begriff des Zombies dort einen Zustand, der mit der Vodou-Religion verbunden ist. Er ist aus der kulturellen Vermischung von west- und zentralafrikanischen Religionen, Vorspanischen Glaubensvorstellungen sowie katholischen Einflüssen während der Zeit des Kolonialismus entstanden.

Die „Armee der Schatten“ – das Tribunal der Bizango Haiti, 2. Hälfte, 20. Jh. (c) Bureau National d’Ethnologie, Port-au-Prince, Haiti, Foto: Dominik Drasdow

Friedhof Szenografie in der Ausstellung, Foto: Dominik Drasdow

In Haiti bezeichnet Zombie vor allem ein gefürchtetes Wesen, einen Untoten des haitianischen Vodou, eine Person, die aufgrund eines schweren Verbrechens mit Hilfe von Drogen zur Arbeit verurteilt wird und starke Parallelen zur Versklavung von Menschen zeigt. Welche Wirklichkeiten stehen hinter den Erzählungen über Zombies: religiöse Vorstellungen, Rechtsprechung, Macht, soziale Ängste? Die neue Ausstellung im Lindenmuseum Stuttgart begibt sich auf die Spuren der Ursprünge der Zombies und lädt dazu ein, das, was über diese Untoten gesagt und geschrieben wurde, neu zu betrachten.

Erol Josue, Pressefoto

Tipp: Konzert-Performance
Der haitianische Vodou-Priester, Sänger und Tänzer Erol Josué verbindet persönliche Erzählungen und Rituale mit heiligen Liedern, kreolischer Folklore, Jazz, Roots-Pop und elektronischer Musik. Als Co-Kurator der Ausstellung „Zombies – die Ursprünge“ und Leiter des Nationalen Büros für Ethnologie in Port-au-Prince setzt er sich für die Bewahrung haitianischer Traditionen und ein differenziertes Bild des Vodou ein. Am 17. November gastiert er in Stuttgart mit einer Perfomance, Beginn ist 19 Uhr. Anmeldung ist erforderlich.

Dauer der Ausstellung: 24. Oktober 2026 bis 9. Mai 2027.

Weitere Informationen, auch zum Rahmenprogramm:
Lindenmuseum.de