Der New Yorker Künstler Alex Katz ist einer der einflussreichsten Künstler der US-amerikanischen Gegenwartskunst. . Die Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen, die in enger Zusammenarbeit mit Alex Katz konzipiert wurde, legt ihren Fokus auf das Spätwerk des Künstlers. Dieses wird erstmals seit längerer Zeit in Deutschland umfassend präsentiert. 1927 geboren, wurde er häufig mit der Pop-Art in Verbindung gebracht: „Alex Katz ist jedoch mehr als das“, so Nicole Fritz, die Direktorin der Kunsthalle Tübingen und Kuratorin der Ausstellung. „Er ist ein transzendentaler Realist, der sich seit mittlerweile 70 Jahren immer wieder neu entwirft, um die Wahrnehmungen der Welt, die uns umgibt, in zeitlose Kunst zu verwandeln.“


Insgesamt umfasst die Schau 40 großformatige Arbeiten, von denen 15 direkt aus dem Atelier des Künstlers stammen. Die Werke „Days End, 1“ (1998) und „Tree, 12“ (2020) werden erstmals in Europa gezeigt. Trotz seines nahezu 99-jährigen Alters arbeitet Katz weiterhin an neuen Werkreihen. Im Rahmen seiner über siebzigjährigen künstlerischen Tätigkeit zeigt sich, dass er sich heute zunehmend dem unmittelbaren Prozess der Malerei widmet und dabei mit panoramaartigen, gestischen Arbeiten die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit erkundet.

Seine reduzierten, plakativen Darstellungen – insbesondere Frauen mit Hüten oder dynamische Partyszenen in kräftigen Farben – machten Katz in den 1970er Jahren zum international bekannten Chronisten des amerikanischen Alltagslebens und gelten heute als Ikonen der Kunstgeschichte. Die Ausstellung veranschaulicht anhand zentraler Werkgruppen wie Mode, Bäume, Blumen und Wasser die charakteristischen Arbeitsweisen des Künstlers. Neben Gemälden aus den 1990er Jahren bis zur Gegenwart werden auch Vorstudien und Cartoons aus den letzten Jahren präsentiert. Zusätzlich vermittelt die Ausstellung, welche Bedeutung Tanz und Film für die Entwicklung des individuellen Stils von Alex Katz haben.

Katz verarbeitet in seinen Werken Momentaufnahmen des Alltagslebens – das, was er als „Jetzt“ bezeichnet – und übersetzt diese in Malerei. Ob Porträts nahestehender Personen, Bewegungen einer Tänzerin, Lichtreflexe auf Wasserflächen oder fallendes Herbstlaub: Diese Motive werden dem Zeitfluss entnommen und in konzeptioneller Malerei mit emotionaler Zurückhaltung dargestellt.
Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König erschienen. Dauer: Bis 13. September 2026 in der Kunsthalle Tübingen