ECLAT
Festival Neue Musik Stuttgart

Eine Vielzahl unterschiedlicher Formate von narrativen Konzerten über Performances bis hin zu Musiktheater prägen das ECLAT Festival neue Musik 2020. An fünf Festivaltagen sind im Theaterhaus, aber auch im Theater Rampe und in der Oper Stuttgart 43 Werke, darunter 26 Uraufführungen zu erleben. Vor allem in den szenischen Projekten greifen Künstler*innen brennende gesellschaftliche Themen auf.

Zu Gast bei Eclat: die Komponistin Malin Bang, Foto: Peter Cederling

In unserer komplexen globalisierten Welt sind wir stets mit einem Überangebot an Informationen konfrontiert, wodurch ein selektives Wahrnehmen unvermeidlich wird. Soziale Medien verschärfen die Situation, indem sie bewusste Lenkung und Manipulation von Information ermöglichen – Stichwort „Framing“. Und der digitale „wahr/falsch“-Modus (oder „like/unlike“) verführt zu schnellen Urteilen und hermetischen Positionierungen. Es entstehen Echokammern und parallele, sich nicht berührende Wahrnehmungsräume. Die Folge ist eine zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft und der Verlust einer gemeinsamen Agora.

Zu Gast bei Eclat: Gareth Davis, Kontrabassklarinette © Bas de Brouwer

In seinem Musiktheater FRAME reflektiert Malte Giesen diese Phänomene durch ein virtuoses und komplexes Spiel mit einer überbordenden Zahl audiovisueller Medien. Und in „Verdrängen Verdrängen Verdrängen“ kommentieren die Komponistin Yiran Zhao und die finnische Performancegruppe Oblivia die Emotionalität und Subjektivität, die heutige Politik vielfach prägt.
Im Jubiläumsjahr des Festivals, das auch nach 40 Jahren offen ist für alle Strömungen zeitgenössischer Künste, erlebt aber vor allem das komponierte Werk ein unerwartetes Revival. „Komponieren heute bedeutet, mit Kontexten oder Wahrnehmungsphänomenen zu arbeiten…
Neue Links, neue Verbindungen zu einem bereits existierenden Archiv zu bauen, eine Art von Tunnel zu legen, um bisher unsichtbare Zusammenhänge sichtbar zu machen“ – sagt Sergej Newski, in dessen Schaffen ECLAT anlässlich seiner Opern-Uraufführung wenige Tage vor dem Festival einen Einblick gibt.
In diesem Sinne möchte ECLAT „neue Links bauen“, hermetische Strukturen auflösen und eine temporäre Agora anbieten. Dafür geht das Festival in diesem Jahr vielfältige Kooperationen ein: mit dem Theater Rampe und der Staatsoper, mit SWR2 und dem Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg, das drei musikalischen Tandems aus Laien- und Profi-Ensembles Kooperation und gegenseitige Inspiration ermöglicht.

Curious Chamber Players © Martin Hellström
Die Curious Chamber Players aus Schweden haben sechs Komponist*innen
eingeladen, das Timbre des Ensembleklangs zu erweitern, es fortzuschreiben durch neue Spieltechniken, durch den Einbezug von Objekten, Technologien oder Choreografien. Der konzeptionelle Ausgangspunkt sollte dabei für jede*n Komponist*in ein lebensverändernder Moment oder eine unvergessliche Erfahrung sein, sei es, dass sie eine Kettenreaktion an Assoziationen oder Kreativität auslöste oder aber zum persönlichen oder künstlerischen Wendepunkt wurde. Diese Momente teilen die sechs Künstler*innen durch ihre Kompositionen mit.

Junge und weltberühmte Kammermusik-Formationen lösen sich immer wieder in neuen Konstellationen auf, und die Musiker*innen von Ensemble C Barré, Arditti Quartet, Neue Vocalsolisten und ascolta, die Curious Chamber Players, das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble und großartige Solist*innen treffen in täglich neuen herausfordernden Kooperationen aufeinander.

Zu Gast bei Eclat: Arditti Quartet © Astrid Karger

Weitere Info & Karten: www.eclat.org
Veranstalter
Musik der Jahrhunderte e.V.
Siemensstraße 13
70469 Stuttgart
Germany
Tel +49 (0) 711 62 90 510

Tickets:
Theaterhaus Stuttgart
Telefon +49 711 40 20 720
Fax +49 711 40 20 7-29
tickets@theaterhaus.com
theaterhaus.com

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