Schlosslichtspiele Karlsruhe

Peter Weibel, künstlerisch-wissenschaftlicher Leiter des ZKM und Kurator der SCHLOSSLICHTSPIELE hat die diesjährige Veranstaltung unter den Titel »Music4Life« gestellt. Zu sehen sind auf der 170 Meter breiten Schlossfassade Projection Mappings internationaler Künstlerinnen und Künstler, darunter sechs neue Beiträge. Preisträger des BBBank-Awards im Projection Mapping 2022 ist das Atelier v3 aus Frankreich.

Schlosslichtspiele 2021, Maxin10sity »Matter Matters«, 2020 © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Foto: ARTIS-Uli Deck

Mit dem Werk Wir Menschen sind Fische im Exil ist Peter Weibel mit einer eigenen Arbeit vertreten. Die musikalische Erzählung widmet sich dem ewigen Kreislauf von Schöpfung und Zerstörung und überführt die barocke Sarabande von Georg Friedrich Händel ins elektronische Zeitalter und bezieht die Evolutionstheorie sowie den Fisch als frühchristliches Symbol für Jesus Christus mit ein. Sie feiert ihre Vorpremiere am 18. August und ist im Anschluss im Rahmen des ÖRK-Treffens ab dem 31. August zu sehen.

Eine weitere Uraufführung ist die Video-Opera ODE. Im Lauf der Zeit des Freiburger Komponisten Detlef Heusinger, die für die SCHLOSSLICHTSPIELE entstanden ist und am 18. August Premiere hat. Ausgehend von Beethovens 9. Sinfonie fragt Heusingers Oper nach den Grundfesten der jahrtausendealten Idee von humanistischer Freiheit und begibt sich mit zwölf Synthesizern und dem Kinderchor Cantus Juvenum Karlsruhe auf eine Zeitreise durch die Ideengeschichte Europas – von der Antike bis in die Gegenwart.

Insgesamt werden bei den diesjährigen SCHLOSSLICHTSPIELEN sechs neue Projection Mappings aufgeführt. Darunter auch die Show Resilience der BBBank-Preisträger im Projection Mapping 2022 Atelier v3 aus Frankreich. Die weiteren Preisträgerinnen und Preisträger wie Leonie Oridt (Deutschland, Reframing the Structures und Hotaru Visual Guerrilla (Spanien, Plethora) sind mit Kurzbeiträgen vertreten.

Das ungarische Künstlerkollektiv Maxin10sity verwandelt mit GenER/REations die barocke Schlossfassade in eine retro-futuristische Jukebox, die uns mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte der Musik nimmt.

Peter Weibel, Kurator der SCHLOSSLICHTSPIELE und künstlerisch- wissenschaftlicher Leiter des ZKM | Karlsruhe fasst die Bedeutung  des Festivals  wie folgt zusammen: „Die SCHLOSSLICHTSPIELE unterstreichen die Bedeutung Karlsruhes als einzige Stadt in Deutschland, die den Titel Unesco City of Media Arts innehat. Die SCHLOSSLICHTSPIELE erfüllen mit ihren vielen internationalen Künstler:innen das Ideal der Diversität und einer Kunst für alle. Sie finden nämlich nicht im geschlossenen Raum eines Museums statt, sondern im Freien und sind vollkommen frei zugänglich. Das zentrale Erlebnis der SCHLOSSLICHTSPIELE ist das Projection Mapping, das heißt der Triumph der virtuellen fantastischen Architektur über die reale Architektur. Diese hochtechnologische Medienkunst befreit die Menschen vom Gefängnis des Hier und Jetzt. Heuer ist das Motto ‚Music4Life‘, weil auch die Musik eine ähnliche Funktion hat wie die visuelle Kunst und ebenso wie die Religion. Musik ist Religion für die Ohren wie die Lichtspiele Musik für die Augen sind.“

18. August bis zum 18. September 2022 an der Fassade des Karlsruher Schlosses.
Alle Informationen zu den Shows und zum Programm: www.schlosslichtspiele.info